Wein und Genuss, © Pixabay

Vöslauer Wein reist um die Welt

Robert Schlumberger war erbost über das Gerede viele seiner Landsleute, österreichische Weine seine über längere Zeit nicht haltbar. Er war vom Gegenteil überzeugt. Sein Ärger war durchaus (geschäftlich) begründet. Seine stark expandierende Firma brauchte lukrative Auslandsaufträge. Niederlassungen und Agenturen im Ausland waren wenige erfolgsversprechend, solange der österreichische Wein im Rufe geringer Haltbarkeit stand.

Als Schlumberger erfuhr, die österreichische Fregatte „NOVARA“ würde zu einer mehr als zwei Jahre dauernden Reise um die Welt antreten, bot er sich an, das Schiff mit weißem, rotem Wein und Champagner „Vöslauer Goldeck“ zu günstigen Bedingungen für die lange Reise zu beliefern. Er stellte allerdings eine Bedingung: Der Inhalt einiger Kisten der edlen Getränke durfte nicht getrunken werden, sonder mussten unversehrt zurückgebracht werden. Robert Schlumberger bekam den Auftrag.

Am 30. April 1857 verließ die „NOVARA“ den Hafen von Triest. Am 26. August 1859, nach mehr als zwei Jahren, lief die „NOVARA“ wieder im Hafen von Triest ein. Sie hatte eine Strecke von rund 85.000 km zurückgelegt und den Äquator viermal überquert. Eine Gruppe hervorragender Fachleute verkostete den Schlumbergerischen Wein und Champagner, der die lange Reise mitgemacht hatte und stellte fest, dass sich die Klarheit der Produkte von „Vöslauer Goldeck“ makellos erhalten, die Qualität jedoch bedeutend verbessert hatte.

Mit dieser eindrucksvollen Dokumentation der Haltbarkeit österreichischer Weine, eröffneten sich dem heimischen Markt gute Exportchancen. Robert Schlumberger nützte sie und beschickte von da an internationale Messen und Ausstellungen mit großem Erfolg mit seinen Produkten.