Chronik Großau

 

1136
Erste namentliche Erwähnung von Großau im "Saalbuch von Klosterneuburg". Ein Volchold und sein Sohn Adalbero vermachen  zwei Weingärten zu Grazou (Großau) an das Stift Klosterneuburg. Das Schloss und Dorf Großau verdanken ihre Entstehung wahrscheinlich einem nicht namentlich bekannten Lehensmannes eines mächtigen bayrischen Grafengeschlechtes, das in unserm Gebiet große Besitzungen hatte.


1369
Aus diesem Jahr datiert ein Stiftungsbrief von der Großauer Kirche - sie war immer eine Filialkirche.


1529 - 1532
Großau soll in diesen Jahren durch den Einfall der Türken vollständig zerstört worden sein.


bis 1672
Viele Familien, wie z.B. Weitra, Walsee, Hohenberg und Haid, scheinen als Besitzer auf. Ebenso ist Franz von Ficin (1540-1585) für Großau (neben Merkenstein und Gainfarn) als Verwalter zuständig. Seine Amtszeit ist geprägt von schweren Auseinandersetzungen mit seinen Untertanen (Merkensteiner Bauernaufstände), von Streit, Gewalttaten und Einschränkungen der Kirchenrechte.


1672
Gundakar von Dietrichstein kauft die Herrschaft Merkenstein und Großau. Über 150 Jahre bleibt Großau nun im Besitz der Familie Dietrichstein. Unter ihrer Herrschaft wird die Burg Merkenstein während der Türkenbelagerung 1683 zerstört und ist seither eine Ruine.


1713
Die Pest wütet in der Umgebung. Die Bewohner von Großau flüchten nach Merkenstein und bleiben von dieser Seuche verschont. Zum Dank dafür ist das sogenannte "Fieberkreuz" (befindet sich in der Nähe der Ruine Merkenstein) errichtet worden.


1829
Großau geht in den Besitz der Grafen Münch-Bellinghausen über.


1849
Der erste von der Bevölkerung gewählte Bürgermeister ist Josef Grabner, der letzte Dorfrichter von Großau vor dem Gemeindegesetz 1849.


1852
Erbauung einer eigenen Schule. Die zeitweise zwei-, meist aber einklassige Schule wird 1967 geschlossen, die Kinder müssen ab diesem Zeitpunk wieder in die Gainfarner Volksschule gehen.


1878
In der Frauenkapelle (Marienkapelle, Kränzelkapelle) im Park des Merkensteiner Schlosses wird eine Gruft errichtet. Bei den Ausgrabungen wird eine große Menge menschlicher Knochen gefunden – vermutlich die Überreste der von den Türken 1683 getöteten Bewohner -, die eingesargt und auf dem Großauer Friedhof beigesetzt werden.


1888
Der neue Großauer Friedhof – an der Straße nach Berndorf – ist fertig gestellt.


1919
Die Kirche wird auf Initiative des Berndorfer Industriellen (und seit 1917 Besitzer des Gutes Merkenstein) Arthur Krupp großzügig renoviert. Der bisher spitze Turm erhält ein zwiebelförmiges Dach, die Sakristei und die Ostseite werden angebaut, das Ziegeldach erneuert und eine neue Orgel angeschafft. Dazu kommen die Statue des Heiligen Florian und das Deckenfresko der Heiligen Margarethe, der – aus Dankbarkeit für die ermöglichte Renovierung – die Gesichtszüge von Margarethe Krupp verliehen werden.


1921
Großau wird an das Stromnetz angeschlossen.


1957-1971
Unter Bürgermeister Anton Krenn erlebt Großau einen rasanten Aufschwung. Die ärgsten Kriegsschäden sind überwunden, alle Häuser werden an das Wasserleitungsnetz angeschlossen, Straßen asphaltier, Feldwege verbessert und Baugründe erschlossen. Vor allem aber erhält Großau eine Kanalisation mit Kläranlage.


1972
Durch einen Beschluss des niederösterreichischen Landtages werden mit dem 1. Jänner 1972 die drei bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Vöslau, Gainfarn und Großau zusammengelegt.