Geschichte des Thermalbades

 

Das Wasser aus den Vöslauer Thermen im Maital speiste schon immer den „Hirmbach“, was soviel wie die „die Schmutzige“ heißt. Der Name entstand, weil das Thermalwasser im Maital einen von Schilf umsäumten, sumpfigen Teich bildete. Die Hirm trieb zwei Mühlen an. 1766 war das Baden im Abfluss der warmen Quellen schon geregelt. Die „gemeinen Leut“ durften dies Samstagabend zu „Reinigung des Körpers“ tun. Als bei manchem die „Übel und Schaden“ an den Füßen geheilt wurden, badeten dann auch „distinguierte Personen“ im Thermalwasser. 1816 kaufte Graf Moritz Fries I. das Areal im Maital und ließ den sumpfigen Teich befestigen und ein Badehaus mit einem Vollbad und sechs Zimmer mit kupfernen Badewannen errichten. 1822 wurde die „Fries´sche Badeanstalt“ eröffnet und gleichzeitig die erste Badeordnung bekannt gegeben. 1825 fasste Dr. Malfatti, der Leibarzt Beethovens, die Thermalquellen neu.

Ausbau des Bades unter Moritz II. Grafen Fries

Der Aufschwung Vöslaus zu einem beliebten, viel besuchten Kurort machte einen weiteren Ausbau des Bades notwendig. Der Konkurrenzkampf mit der benachbarten Kurstadt Baden führte im Jahre 1868 zu einem umfangreichen Ausbau des seit 1822 bestehenden Waldbades. Ein Unternehmen, das in Moritz II. Grafen Fries einen ebenso kunstsinnigen wie großzügigen Förderer fand. Bis 1873 wurden die Badeanlagen nach den Plänen des berühmten Architekten Theophil Hansen erweitert und neu gestaltet. Sogar Kaiser Franz Joseph I. war vom Vöslauer Bad begeistert, wie ein Zeitzeuge zu berichten wusste: „Der Kaiser hat in Begleitung von den Erzherzogen Wilhelm und Albrecht, welche täglich von der Weilburg hierher in Bad kamen, im Jahre 1880 das Bad besichtigt und sich sehr anerkennend ausgesprochen.“

Wilhelm Geigers Beschreibung aus dem Jahre 1898 lässt uns in die damalige Atmosphäre eintauche. „Der Anblick ist ein geradezu überraschender. Das Wasser, in welchem sich der blaue Himmel und die ausgebreiteten Äste der Bäume spiegeln, leuchtet uns in seiner Krystallreinheit entgegen. Linden und Eichen stehen als Aussenwache und lugen über die Umfassunge hinein, Staub und Wind abwehrend. Im Westen ergiesst sich leise murmelnd von Epheu umrankten Felsengestein die Ursprungsquelle und bildet anfangs eine kleine Gasse, bis sie dann in kühnem Bogen weit ausbuchtend das ganze Bassin füllt. “

Neubau des Thermalbades

1888 ging das Bad in den Besitz der Gemeinde Vöslau über. August Graf Fries hatte es zusammen mit anderen Liegenschaften um 450.000 Gulden verkauft. Das großteils aus Holz gebaute Bad, vor allem der „untere Teich“, wies nach dem Ersten Weltkrieg so viele Schäden auf, dass man sich nach vielen Verhandlungen 1925 unter Bürgermeister Rudolf Frimmel einstimmig für einen Neubau entschloss. Am 26. Juli 1926 konnte zur Eröffnung der Neuanlage des unteren Teiches der von 1920 bis 1928 amtierende Bundespräsident Dr. Michael Hainisch empfangen werden.
Im selben Jahr wurde im Badener Helenental innerhalb von 9 Monaten das Strandbad angelegt. Das bewirkte, dass der Vöslauer Architekt Dr. Louis Breyer vom Gemeinderat damit beauftragt wurde, den oberen Teil des Vöslauer Bades, der vom Neubau 1925 bis 1926 zunächst unberührt blieb, ebenfalls als „Thermal-Parkstrandbad“ umfangreicher auszuführen und den Marienpark mit ein zu beziehen